Kein Honig im Bienenjahr 2021

Leider konnten wir dieses Jahr weder im Frühjahr noch im Sommer Honig ernten. In vielen Teilen Deutschlands ist die Ernte ebenso ausgefallen. Das Wetter hat dieses Jahr leider nicht gepasst. Vor allem der kalte und unbeständige Frühling hat die Bienenvölker nachhaltig geschwächt. Der Nektar, der eingetragen worden ist, wird von den Völkern selber benötigt. Für mich als Imker ist das natürlich eine schwierige Zeit, da wir die Nachfrage nicht bedienen können. Des Weiteren ist ein Jahr an Arbeit nicht belohnt worden. Eine Imkerei ist zu 100% abhängig von der Natur und auch wir spüren die Folgen der globalen Erwärmung. 

Wir hoffen Sie haben Verständnis für die aktuelle Situation und wir dürfen Sie im nächsten Jahr wieder als Kunden begrüßen.

Biene auf Tischdecke schleckt Honig


Weitere Infos dazu:
Frühlingsblüte 2021
Folgen der globalen Erwärmung für die Bienen

Frühlingsblüte 2021

Die Frühlingsblüte 2021 wird dieses Jahr leider ausfallen. Solch ein Bienenjahr haben wir bis jetzt noch nicht erlebt. Es hat mit einem warmen März eigentlich gut begonnen. Leider waren der April und der Mai sehr kalt, windig und regnerisch. Die Bienen konnten nur an sehr wenigen Tagen fliegen. Der Nektar wurde sofort für die eigene Brut gebraucht. Teilweise mussten die Königinnen wieder aus der Brut gehen. Das hat die Völker nachhaltig geschwächt.

Normalerweise ernten wir in den ersten Juniwochen die Frühlingsblüte. Dieses Jahr war in den Honigräumen nichts vorhanden. Selbst jetzt im Juli sind die Honigräume teilweise noch komplett leer. Bei vielen Völkern werden wir nichts ernten können.

Auf den beiden Fotos sieht man sehr gut, dass die Bienen am 29. Mai lediglich Brut haben. Der Futterkranz, der die Brut normalerweise umschließt, fehlt komplett.

Zum Vergleich ein Foto vom 28 März 2020. Hier erkennt man deutlich den Futterkranz rund um die Brut.

Brutwabe mit Futterkranz
Brutwabe mit Futterkranz März 2020

Der Frühling ist da

Endlich geht es wieder los! Der Frühling ist da. Es summt und brummt an den Bienenkästen. Heute waren es in Föhren ca. 14 Grad und die Bienen konnten fliegen.

Der Raps steht kurz vor der Blüte. Ich bezweifle aber das die Bienen davon viel eintragen können, da der März sehr kalt war und das Brutnest kaum vergrößert worden ist. Der Wetterbericht sieht nicht sehr vielversprechend aus. Die Bienen benötigen ca. 12 Grad für den ersten Flug, aber die Pflanzen produzieren erst richtig Nektar bei ca. 18 – 20 Grad. Das ist aktuell einfach nicht gegeben. Auch werden die Wintervorräte langsam knapp, da die Bienen im April viel Brut angelegt haben und diese versorgt / gewärmt werden muss. Jedoch kommt kaum Pollen und Nektar rein. Hoffen wir das sich der Frühling bald von seiner freundlichen Seite zeigt.

Burtwabe mit ansitzenden Bienen
Brutwabe mit ansitzenden Bienen

Schön zu sehen ist die verdeckelte Brut auf dem obenstehenden Foto. Jedoch fehlt noch ein kräftiger Futterkranz. Dieser wird normalerweise um die Brut herum angelegt. Sobald die Bienen wieder mehr Nektar eintragen können sollte dieser gebildet werden.

Vorbereitungen für die Bienensaison 2021

Letzte Woche hatten wir die ersten wärmeren Tage und die Bienen konnten endlich fliegen. Aber der April macht ja bekanntlich was er will und die Bienen zehren aktuell wieder von den Wintervorräten. Jedoch waren wir die letzten Wochen nicht untätig und haben die Honigräume vorbereitet. Dazu werden Wachsplatten in die gesäuberten Rähmchen gelötet (Siehe Bild ). Sobald uns der April wieder wohlgesonnen ist, werden wir die Honigräume aufsetzen. Durch den kalten März werden die Bienenvölker wahrscheinlich nicht stark genug sein, um von der aktuell startenden Rapsblüte zu profitieren.

Die Bienenvölker sind dieses Jahr gut aus dem Winter gekommen. Einige wenige Völker sind der Varroamilbe zum Opfer gefallen. Anbei ein Foto eines Volkes vom 27 Februar 2021.

Bienenvolk

Frühlingsblüte 2020

Gestern den 04.06.2020 haben wir die Frühlingsblüte 2020 geerntet und geschleudert. Anbei ein paar Fotos von der Schleuderung.

Die Frühlingsblüte ist die helle feincremige Variante unseres Sortiments. Robinie, Apfel, Kirsch und Raps sind nur einige Beispiele, die in der Frühlingsblüte enthalten sind. Diese helle und süße Honigvariante ist vor allem bei Kindern sehr beliebt. 

Auch dieses Jahr waren die Bedingungen nicht optimal. Es hat eine ca. achtwöchige Trockenperiode gegeben. Dadurch haben die Pflanzen praktisch keinen Nektar abgesondert. Die Pflanzen haben sozusagen um ihr Überleben gekämpft. Gut zu beobachten war das am Raps. Dieser hat sehr wenige Blüten gebildet und praktisch keinen Nektar abgegeben.

Trotz den schwierigen Bedingungen waren unsere Bienen sehr fleißig. Der Honig hat dieses Jahr einen sehr niedrigen Wassergehalt, welches ein Qualitätskriterium ist.

In den nächsten Wochen werde ich den Honig cremig rühren. Sobald wir damit fertig sind steht die Frühlingsblüte 2020 zum Verkauf bereit.

Viele Grüsse, Familie Wahsner

Folgen der globalen Erwärmung für die Bienen

Im Herbst hat ein Bienenvolk den Vorrat für den ganzen Winter angelegt. Ein Bienenvolk benötigt ca. 15 kg Honig, um über den Winter zu kommen. Die Bienen ziehen sich zu einer Traube zusammen. In den kühlen Wintermonaten verbraucht ein Bienenvolk ca. 1-2 kg Honig pro Monat.

Bienenvölker im Winter

Heizpeaks

Interessant ist hierbei zu beobachten, dass im Bienenvolk die Temperatur auf bis zu 10 Grad abfällt. An manchen Tagen sogar auf bis zu 4 Grad. Hier ist kaum noch Bewegung bzw. Aktivität im Bienenvolk. In regelmäßigen Intervallen ist eine Aufheizung auf bis zu 30 Grad, sogar an kalten Wintertagen, zu beobachten. Das sind so genannte Heizpeaks. Es ist davon auszugehen, dass diese Heizpeaks dazu genutzt werden, den Honig zu verflüssigen und neue Energie zu tanken.

Warme Winter

Durch die globale Erwärmung werden unsere Winter immer wärmer und das hat auch direkten Einfluss auf unsere Bienen. Die zuvor beschriebene Inaktivität und Ruhephasen der Bienen, einhergehend mit Heizpeaks findet hauptsächlich von November bis Februar statt. In diesen, normalerweise kalten, Monaten benötigen unsere Bienen deshalb, wie schon erwähnt, nur 1-2 kg pro Monat. Durch die teilweise sehr warmen Wintermonate fallen diese inaktiven Monate teilweise komplett weg. Bienen werden schon im Dezember wesentlich aktiver. Aktivität erfordert wesentlich mehr Futter und es werden Werte von bis zu 6 kg Futterverbrauch pro Monat erzielt. Dieses Futter ist aber gerade wichtig für die erste Brut von Februar bis April.
Gesunde Völker verhungern kurz vor dem Frühling, ein Nebeneffekt der globalen Erwärmung. Wir Imker müssen unsere Völker ganz genau beobachten. Leider ist eine Fütterung der Völker im Winter praktisch nicht durchführbar.

Der ewige Kampf gegen die Varroamilbe

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine kleine Milbe die als Parasit an Honigbienen lebt. Varroa destructor gilt als der bedeutsamste Bienenschädling weltweit und stellt auch mich als Imker jedes Jahr vor neue Herausforderungen. Sie entwickelt sich in den Brutzellen der Honigbiene, schadet den Larven beim Wachstum und befällt erwachsene Tiere, wodurch Krankheiten übertragen und die Bienen stark geschwächt werden.

Varroa destructor
Varroamilbe
Foto: Gilles San Martin from Namur, Belgium
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic

Der Befall eines Bienenstocks durch die Varroamilbe wird als Varroose bezeichnet. Gerade in der Zeit von Spätsommer bis Herbst, wenn die Bienen sich auf die Winterzeit vorbereiten, kann die Varroamilbe erhebliche und unumkehrbare Schäden im Bienenvolk anrichten.

Die Bekämpfung der Varroamilbe ist für mich eine zentrale Aufgabe und wird es auch in absehbarer Zukunft bleiben. Um eine optimale Vorgehensweise sicher zu stellen ist es wichtig, dass wir Imker uns austauschen und Erfahrungen weitergeben. Dabei soll die Schonung der Bienen als Lebewesen und eine einwandfreie Honigqualität im Zentrum stehen.

Zur Bekämpfung der Varroamilbe setzte ich ausschließlich auf organische Säuren und biologische Behandlungsverfahren, welche keine Rückstände hinterlassen und gesundheitlich unbedenklich sind. Dazu verwende ich Ameisensäure, Milchsäure oder Oxalsäure, die auch in geringen Mengen im Honig natürlicherweise vorkommen. Um den Honig dennoch nicht zu beeinträchtigen, erfolgt die Behandlung stets nach der letzten Honigernte. Es werden auch Methoden verwendet die die Natur zum Vorbild haben. Dazu zählen unter anderem.

  • das Bannwabenverfahren,
  • die totale Brutentnahme
  • das Käfigen der Königin in Verbindung mit einer Behandlung

Wer mehr darüber erfahren möchte findet eine gute Beschreibung im Newsletter Bienen@Imkerei. Dieser Newsletter erscheint mehrfach im Jahr und wird von verschiedenen Bieneninstituten veröffentlicht.

Behandlung der Bienen mit Ameisensäure
Behandlung des Bienenstocks mit Ameisensäure

Der erste Bienenflug im Jahr 2019

Bienenflug

Der Winter ist noch nicht vorbei, aber die Tage werden schon wieder deutlich länger, die Sonne gewinnt ein jeden Tag mehr Kraft. Sobald die Tagestemperaturen um die Mittagszeit an sonnigen und geschützten Stellen etwa 10 °C erreichen, kann man beobachten, wie die Honigbienen einen sogenannten Reinigungsflug unternehmen. Wenn es kälter ist, sind die Bienen überhaupt nicht in der Lage zu fliegen bzw. in den Stock zurückzukehren. Bei schwankenden Temperaturen ist der erste Ausflug mit erheblichen Risiken verbunden. Plötzlich einsetzender Regen oder starker Wind birgt die Gefahr der Unterkühlung und kann den Tod für die Bienen bedeuten.

Die ersten Krokusse blühen und die Hasel ist aktuell ein wichtiger Pollenlieferant für die Bienen.

Krokusse
Haselnuss
Haselnuss ein wichtiger Pollenspender im Frühjahr