Folgen der globale Erwärmung für die Bienen

Im Herbst hat ein Bienenvolk den Vorrat für den ganzen Winter angelegt. Ein Bienenvolk benötigt ca. 15 kg Honig, um über den Winter zu kommen. Die Bienen ziehen sich zu einer Traube zusammen. In den kühlen Wintermonaten verbraucht ein Bienenvolk ca. 1-2 kg Honig pro Monat.

Bienenvölker im Winter

Heizpeaks

Interessant ist hierbei zu beobachten, dass im Bienenvolk die Temperatur auf bis zu 10 Grad abfällt. An manchen Tagen sogar auf bis zu 4 Grad. Hier ist kaum noch Bewegung bzw. Aktivität im Bienenvolk. In regelmäßigen Intervallen ist eine Aufheizung auf bis zu 30 Grad, sogar an kalten Wintertagen, zu beobachten. Das sind so genannte Heizpeaks. Es ist davon auszugehen, dass diese Heizpeaks dazu genutzt werden, den Honig zu verflüssigen und neue Energie zu tanken.

Warme Winter

Durch die globale Erwärmung werden unsere Winter immer wärmer und das hat auch direkten Einfluss auf unsere Bienen. Die zuvor beschriebene Inaktivität und Ruhephasen der Bienen, einhergehend mit Heizpeaks findet hauptsächlich von November bis Februar statt. In diesen, normalerweise kalten, Monaten benötigen unsere Bienen deshalb, wie schon erwähnt, nur 1-2 kg pro Monat. Durch die teilweise sehr warmen Wintermonate fallen diese inaktiven Monate teilweise komplett weg. Bienen werden schon im Dezember wesentlich aktiver. Aktivität erfordert wesentlich mehr Futter und es werden Werte von bis zu 6 kg Futterverbrauch pro Monat erzielt. Dieses Futter ist aber gerade wichtig für die erste Brut von Februar bis April.
Gesunde Völker verhungern kurz vor dem Frühling, ein Nebeneffekt der globalen Erwärmung. Wir Imker müssen unsere Völker ganz genau beobachten. Leider ist eine Fütterung der Völker im Winter praktisch nicht durchführbar.

Der ewige Kampf gegen die Varroamilbe

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine kleine Milbe die als Parasit an Honigbienen lebt. Varroa destructor gilt als der bedeutsamste Bienenschädling weltweit und stellt auch mich als Imker jedes Jahr vor neue Herausforderungen. Sie entwickelt sich in den Brutzellen der Honigbiene, schadet den Larven beim Wachstum und befällt erwachsene Tiere, wodurch Krankheiten übertragen und die Bienen stark geschwächt werden.

Varroa destructor
Varroamilbe
Foto: Gilles San Martin from Namur, Belgium
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic

Der Befall eines Bienenstocks durch die Varroamilbe wird als Varroose bezeichnet. Gerade in der Zeit von Spätsommer bis Herbst, wenn die Bienen sich auf die Winterzeit vorbereiten, kann die Varroamilbe erhebliche und unumkehrbare Schäden im Bienenvolk anrichten.

Die Bekämpfung der Varroamilbe ist für mich eine zentrale Aufgabe und wird es auch in absehbarer Zukunft bleiben. Um eine optimale Vorgehensweise sicher zu stellen ist es wichtig, dass wir Imker uns austauschen und Erfahrungen weitergeben. Dabei soll die Schonung der Bienen als Lebewesen und eine einwandfreie Honigqualität im Zentrum stehen.

Zur Bekämpfung der Varroamilbe setzte ich ausschließlich auf organische Säuren und biologische Behandlungsverfahren, welche keine Rückstände hinterlassen und gesundheitlich unbedenklich sind. Dazu verwende ich Ameisensäure, Milchsäure oder Oxalsäure, die auch in geringen Mengen im Honig natürlicherweise vorkommen. Um den Honig dennoch nicht zu beeinträchtigen, erfolgt die Behandlung stets nach der letzten Honigernte. Es werden auch Methoden verwendet die die Natur zum Vorbild haben. Dazu zählen unter anderem.

  • das Bannwabenverfahren,
  • die totale Brutentnahme
  • das Käfigen der Königin in Verbindung mit einer Behandlung

Wer mehr darüber erfahren möchte findet eine gute Beschreibung im Newsletter Bienen@Imkerei. Dieser Newsletter erscheint mehrfach im Jahr und wird von verschiedenen Bieneninstituten veröffentlicht.

Behandlung der Bienen mit Ameisensäure
Behandlung des Bienenstocks mit Ameisensäure

Der erste Bienenflug im Jahr 2019

Bienenflug

Der Winter ist noch nicht vorbei, aber die Tage werden schon wieder deutlich länger, die Sonne gewinnt ein jeden Tag mehr Kraft. Sobald die Tagestemperaturen um die Mittagszeit an sonnigen und geschützten Stellen etwa 10 °C erreichen, kann man beobachten, wie die Honigbienen einen sogenannten Reinigungsflug unternehmen. Wenn es kälter ist, sind die Bienen überhaupt nicht in der Lage zu fliegen bzw. in den Stock zurückzukehren. Bei schwankenden Temperaturen ist der erste Ausflug mit erheblichen Risiken verbunden. Plötzlich einsetzender Regen oder starker Wind birgt die Gefahr der Unterkühlung und kann den Tod für die Bienen bedeuten.

Die ersten Krokusse blühen und die Hasel ist aktuell ein wichtiger Pollenlieferant für die Bienen.

Krokusse
Haselnuss
Haselnuss ein wichtiger Pollenspender im Frühjahr