Der Frühling ist da

Endlich geht es wieder los! Der Frühling ist da. Es summt und brummt an den Bienenkästen. Heute waren es in Föhren ca. 14 Grad und die Bienen konnten fliegen.

Der Raps steht kurz vor der Blüte. Ich bezweifle aber das die Bienen davon viel eintragen können, da der März sehr kalt war und das Brutnest kaum vergrößert worden ist. Der Wetterbericht sieht nicht sehr vielversprechend aus. Die Bienen benötigen ca. 12 Grad für den ersten Flug, aber die Pflanzen produzieren erst richtig Nektar bei ca. 18 – 20 Grad. Das ist aktuell einfach nicht gegeben. Auch werden die Wintervorräte langsam knapp, da die Bienen im April viel Brut angelegt haben und diese versorgt / gewärmt werden muss. Jedoch kommt kaum Pollen und Nektar rein. Hoffen wir das sich der Frühling bald von seiner freundlichen Seite zeigt.

Burtwabe mit ansitzenden Bienen
Brutwabe mit ansitzenden Bienen

Schön zu sehen ist die verdeckelte Brut auf dem obenstehenden Foto. Jedoch fehlt noch ein kräftiger Futterkranz. Dieser wird normalerweise um die Brut herum angelegt. Sobald die Bienen wieder mehr Nektar eintragen können sollte dieser gebildet werden.

Vorbereitungen für die Bienensaison 2021

Letzte Woche hatten wir die ersten wärmeren Tage und die Bienen konnten endlich fliegen. Aber der April macht ja bekanntlich was er will und die Bienen zehren aktuell wieder von den Wintervorräten. Jedoch waren wir die letzten Wochen nicht untätig und haben die Honigräume vorbereitet. Dazu werden Wachsplatten in die gesäuberten Rähmchen gelötet (Siehe Bild ). Sobald uns der April wieder wohlgesonnen ist, werden wir die Honigräume aufsetzen. Durch den kalten März werden die Bienenvölker wahrscheinlich nicht stark genug sein, um von der aktuell startenden Rapsblüte zu profitieren.

Die Bienenvölker sind dieses Jahr gut aus dem Winter gekommen. Einige wenige Völker sind der Varroamilbe zum Opfer gefallen. Anbei ein Foto eines Volkes vom 27 Februar 2021.

Bienenvolk

Folgen der globalen Erwärmung für die Bienen

Im Herbst hat ein Bienenvolk den Vorrat für den ganzen Winter angelegt. Ein Bienenvolk benötigt ca. 15 kg Honig, um über den Winter zu kommen. Die Bienen ziehen sich zu einer Traube zusammen. In den kühlen Wintermonaten verbraucht ein Bienenvolk ca. 1-2 kg Honig pro Monat.

Bienenvölker im Winter

Heizpeaks

Interessant ist hierbei zu beobachten, dass im Bienenvolk die Temperatur auf bis zu 10 Grad abfällt. An manchen Tagen sogar auf bis zu 4 Grad. Hier ist kaum noch Bewegung bzw. Aktivität im Bienenvolk. In regelmäßigen Intervallen ist eine Aufheizung auf bis zu 30 Grad, sogar an kalten Wintertagen, zu beobachten. Das sind so genannte Heizpeaks. Es ist davon auszugehen, dass diese Heizpeaks dazu genutzt werden, den Honig zu verflüssigen und neue Energie zu tanken.

Warme Winter

Durch die globale Erwärmung werden unsere Winter immer wärmer und das hat auch direkten Einfluss auf unsere Bienen. Die zuvor beschriebene Inaktivität und Ruhephasen der Bienen, einhergehend mit Heizpeaks findet hauptsächlich von November bis Februar statt. In diesen, normalerweise kalten, Monaten benötigen unsere Bienen deshalb, wie schon erwähnt, nur 1-2 kg pro Monat. Durch die teilweise sehr warmen Wintermonate fallen diese inaktiven Monate teilweise komplett weg. Bienen werden schon im Dezember wesentlich aktiver. Aktivität erfordert wesentlich mehr Futter und es werden Werte von bis zu 6 kg Futterverbrauch pro Monat erzielt. Dieses Futter ist aber gerade wichtig für die erste Brut von Februar bis April.
Gesunde Völker verhungern kurz vor dem Frühling, ein Nebeneffekt der globalen Erwärmung. Wir Imker müssen unsere Völker ganz genau beobachten. Leider ist eine Fütterung der Völker im Winter praktisch nicht durchführbar.